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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 10

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580774--0054-2580977
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— 11 — er im glücklichsten Falte — und auch das nicht immer — richtig nach den Regeln der Grammatik zu schreiben, doch selten wird eine schriftliche Arbeit desselben auch bei gegebenem Inhalte den Anforderungen einer verständigen Auffassung und entsprechenden Darstellung genügen. Denn bei der unseligen Bevorzugung des Formalismus wird die freie Geiftesentwicklung der Kinder beengt, die Kraft der Jugend mit unfruchtbaren mechanischen Beschäftigungen abgemühet, dabei die kostbaren Jahre verschwendet und gegen die Schule ein Widerwillen erzeugt, welcher dem Lehrer selbst den mühsamen Unterricht nur verleiden muß. Man vermeint mit dem ewigen Theoretisiren in der Behandlung der Formen den Scharssinn zu üben, in der That aber legt es dem Geiste uur Fesseln an. Die Kenntniß der grammatischen Formen soll und darf nicht verabsäumt werden; wer wollte ihre Notwendigkeit verkennen, ihren bildenden Nutzen läugnen? Allein diese Kenntniß soll nur dazu dienen, das Verständniß und die Anwendung der Sprache dem Schüler zu erleichtern, soll Mittel, nicht Selbstzweck sein. Wem nicht der innere Gehalt eines geistigen Productes in erster Linie steht, wer über die Regelmäßigkeit der Formen den Stoff vernachlässigt, bietet uns statt saftiger kerniger Fcüchte nur taube Nüsse dar, ohne erquickenden Saft, ohne erfrischenden Genuß. Unpraktisch ist aber nicht minder der Sprachunterricht, welcher, indem man demselben überhaupt eine vorzugsweise „theoretische Natur" zuspricht, eine „wissenschaftliche Gediegenheit des grammatischen Stoffes" verlangt. Diese Richtung — und sie war eine Zeit lang die herrschende — steuert in der gewiß sehr anzuerkennenden Absicht, jenem geistlosen Formalismus entgegenzutreteu, dem entgegengesetzten Ziel zn, entfernte sich aber nichts desto weniger ebenso sehr von den eigentlichen Zieleu des Sprachunterrichtes, wie sehr auch ihre Vertreter sich gegen den Vorwurf verwahren und in ihrem Unterricht die Anforderungen der Wissenschaft mit denen des praktischen Lebens zu vereinigen behaupten. Aie gehen von dem Grundsatze aus, der Schüler müsse lernen, seine eigenen Gedanken geistig anzuschauen, und so durch den Sprachunterricht seine Sprache erst recht verstehen lernen. Allein der grammatische Unterricht in der Schule hat nicht die Aufgabe Logik

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