Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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uns, hier und da den ursprünglichen Gang zu verlassen, oder doch zu modificiren. Die Methodik des ersten Unterrichts etwa in der Geschichte, in der Geographie, in den Naturwissenschaften findet sich bei einem verständigen, seiner Aufgabe und seines Zieles bewußten Lehrer fast von selbst; das Wesen derselben beruht vorzüglich auf Mittheiluug. Zu den Definitionen, welche dem Unterrichte uothwendiger Weise vorangehen oder ihn begleiten müssen, wird er von aufmerksamen und geweckten Schülern schon von selbst hingeleitet, und es bildet jeder gewonnene Fortschritt die Basis für den noch zu erstrebenden. Anders verhält es sich mit der Sprache. Hier hat der Lehrer nicht ein Neues aus-, sondern ein bereits Angelegtes weiter fortzubauen. Und wie mcmmchfach gestaltet, wie verschiedenartig in seinem Umfange und seinen! iunern Gehalte ist dieses Augelegte! Wer vermag die geheimen Falten zurückzuschlagen, die uns die Tiefen des innern Seeleulebens verhüllen und dem Forscher den Einblick verwehren? Wer kennt die Eindrücke alte, welche unter unzählbaren bildenden und verbildenden Einflüssen schon der kindliche Geist in den verschiedensten häuslichen Sphären empfangen hat? Ein wirres Ehaos von Stoffen findet der Lehrer zu bewältigen, das er mit der Zanbermacht seiner Methode zu beherrschen und zu ordnen suchen soll, während hier doch viel eher der vorhandene Stoff die Methode bestimmen sollte! Denn es ist nicht allein die Summe des Sprachmaterials, welche für die Methode uud die ganze Behandlung des Gegenstandes maßgebend ist: eine Welt von Gedanken, mit diesem Sprachstoff wunderbar verwebt, ist es, welche mit diesen: in wechselwirkendem Einfluß als eiu uutrennbares Ganzes sich darstellend, als ein solches angesehen und behandelt zu werden gebietet. Wie kann es uns daher Wunder uehmeu, weuu, bei der individuellen Verschiedenheit auch der Sprachforscher und Sprachlehrer die Aufgabe von ihnen ebenso verschieden aufgefaßt wird, und daß mau, je mehr d?r Erfolg eiues frühere» Verfahrens in Frage gestellt schien, um so öfter zu ueuen verbessernden Versuchen seine Zuflucht nahm? In der Thnt gibt es anch für keinen Lehrgegenstand so viele, oder doch in ihrem Plane so sehr divergirende Hilfsbücher, wie gerade für den deutschen Sprachunterricht. Wer die literarischen Er-