Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Drey und Zwanzigtes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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m LK M« LH ten des alten Testaments vor Gottes Wort, wie könnten wir uns denn so sehr an Gott yersündi» gen, daß wir die Völker, die seinen heiligen Namen verehren, so schrecklich verfluchen und. Gokk um ihr gänzliches Verderben anrufen sollten,-. Die Römer, welche damals den rken Tempel zerstöhrc haben, hatten eine Religion, welche von der jetzigen christlichen und türkischen ganz unterschieden war, sie beteten goldene, silberne, steinerne und hölzerne Götzen an, leugneten alles was in den göttlichen Worte ausgezeichnet ist, diese nun werden von uns verflucht und verwünscht, weil sie unfern Tempel zerstöhret, Jakob verschlungen, und seine Wohnungen gänzlich Verwüstet haben. Die Völker aber, unter welchen wir.anjetzt zerstreuet leben, es mögen nun seyn Christen oder Türken, wenn sie nur einen Gott verehren, zu verfluchen, dies würde mit allen unfern Lehren und Pflichten streiten» Ob es nun wohl öfters geschiehet, daß wir die» > jenigen, die uns übel behandeln, und uns auf eine unerlaubte Weise quälen, verfluchen, und Gott um Rache wider sie anflehen , so /hun wir dieses nicht! nach den Regeln unsers Gesetzes, sondern aus llngedulk und Unwillen. Denn auch bey den Christen findet man dieses oft, daß ein Vater dem Sohn, ein Bruder dem andern Böses wünschet, wenn sie wider einander erbittert sind, wiewohl dieses mit den Vorschriften Christi ganz offenbar streitet. Und so beteg