Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Drey und Zwanzigtes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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TL GM LS 4)7 erweisen ist. Denn nach den strengen Lehren unsers Gesetzes sind wir verpflichtet so gar für ihre Wohkfarth zu beten. Da nun dieses allen denen, die unsere Gebräuche kennen, nicht unbekannt seyn kann; (denn wir beten ja öffentlich in unfern Synagogen vor das Wohl unserer Obrigkeit, unter deren Schutz wir leben,) wie sollten wir denn Gott zwey solche einander ganz widersprechende Gebete zuschicken, daß wir in dem einen ihn um das Wohl unserer Obrigkeit, in dem andern hingegen um den Untergang eben dieser Obrigkeit bitten sollten? Das sey ferne von uns, daß wir den Reifen, Bönig, oder andere Herrschaften die uns schützen, in unfern Zimmern verfluchen sollten. — Wir haben aber einige Gebete, welche zu diesen Vermuthungen gar wohl haben Anlaß geben können. Denn wir beten z. E. an unsrem' Paschahabend^ daß Gott seinen Zorn über die Völker ausschütten möchte, die ihn nicht kennen, von ihm nichts wissen wolle», und di«, welche die rvunverbare Ausführung unserer Eltern aus Egypten und die dabey geschehenen großen Wunder leugnen; allein es ist ganz offenbar, daß dieses die Völker nicht angehe, unter welchen wir anjetzt zerstreuet leben müssen, denn ob ste gleich einen andern Glauben haben, so verehre» sie doch, wie wir, eben das höchste Wesen, den Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; sie leugnen nicht die wunderbare Ausführung unserer Eltern aus Egypten, und halten die Schrif- Z Z ten