Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Viertes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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54 »X»' den, und die Weiber zu baden. Denn er wußte wohl, daß wenn die Juden dies» drey Dinge, von welcher fast ihr ganzes Judenthum abhänget, unterlassen sollten, so würden sie gar bald Gesandte zu ihm schicken, und dieses Geschäfts würden sie ohne Zweifel seinem Vater, als dem Rabbincn, aufgetragen haben. Und hierinn betrog ihn seine Hoffnung nicht. Sein Vater, der große Rabbi Simon, ward von der Judenschaft nach Rom gesandt, wo sich ihm ende lich der fromme Pabst zu erkennen gegeben,, ihm versichert, daß er ein Buch wider die christliche Religion Herausgebern, alsdann wieder zu ihm nach Maynz kommen, die christl. Religion verlassen, und die jüdische annehmen wolle. Es sey auch dieser Pabst seinem ^Versprechen nachgekommen, und habe einen großen Reichthum (das vornehmste und beste, worauf die Juden zir sehen pflegen) mit nach Maynz gebracht. Uebrigens habe er seine Sache, so heimlich und klüglich auzusiellen gewußt, daß man zu Rom gar nicht in Erfahrung habe bringen können, wo der Pabst hingekommen sey. Sein Vater war bey seiner Ankunft,vor Freuden ganz außer sich, und machte auf diese Geschichte ein Reimgebet, welches die Juderi noch heut zu Tage an ihrem Neujahrstage mit der größten Andacht herseufzen. — 2) Majim Sedonin, das Wasser der Stolzen, oder Hoffartigen. Hiervon schreibt Abarbanel in seiner Erklärung, über Esaias S. 71. C. 2. da er von einem