Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Erstes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2577043-2577056-9903588--3507-2580384- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
i4 LS EH LS Nach unsrer Ankunft in die Stadt, erfuhr ich zu meiner Betrübniß, daß der mächtige Kaiser von Abyßmien, Her Priester Johann, die ganze Gegend bis zu dem Flusse mit Soldaten besetzet hielt, und es daher sowohl gefährlich, als beschwerlich sey dahin zu kommen. Da mir aber dieses höchst unglaublich vorkam, weil ich wußte, daß wegen des erstaunlichen Auswurfs des Sabbathjon so Niemand über denselben Hins über, noch herüber kommen könnte, so erfuhr ich, daß allemal 2 Stunden vor dem Anbruche des Sabbaths der Fluß zu rauschen, und Steine auszuwerfen aufhöre, und es daher schon oft geschehen sey, daß die Juden über denselben um diese Zeit herüber gefallen waren, und eine greuliche Verheerung angerichtet hätten. Als sich nun unsere Karabane auf diese Nachricht entschließen mußte, ihr Eisen in dieser Stadt abzuladen, und feil zu geben, so hatte ich indessen Muse genug, mich nach dem Flusse Sabbathjott, und dem Lande, das von demselben umringet wird, zu erkundigen. Es wurde mir bey einer so guten Gelegenheit auch würklich so viel gutes, prächtiges, und wunderbares von beyden erzälet, daß ich vor Freuden darüber hätte weinen mögen. — Allein ich mußte meine Thrä» nen unterdrücken. Die ganze Erzälung aber, welche man mir von dem glückseligen Lande über den Sabbathjon, und seinen Einwohnern machte, war ohngefahr diese: