Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Zwanzigtes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22 »X«?r7 ten Samuelis nach einem König, mißbilligte. Allein wenn man den Zusammenhang des 8ren Kapitels des i B. Samuelis genau betrachtet, so siehet man offenbar, daß sich das Volk nicht daran versündiget hatte, weil es sich einen König von Gott bat: denn er würde ihn in den folgenden Zeiten auch ohne ihr Birten von ihm gegeben worden seyn. Sondern sie giengen nur hierinne zu weit, nämlich sie stürmeren mit Gewalt auf Samuel, daßer ihnen einen König setzen sollte. Die Absicht dieses ihres heftigen Verkam gens nach einem Könige war unlauter, und gründete sich auf Hochmuch und eitle Ehrbegierde, Sie glaubten hierdurch den übrigen Weltvölkern am Ansehn und Würde am nächsten zu treten. Denn so sprachen sie ausdrücklich v.ro. „Damit wir auch so wie alle andere Völker sind." Ihre Forderung war auch deswegen nicht zu billigen, weil sie der Propheten äberdrüßig waren , und sich nicht mehr von ihnen regieren lassen wollten. Dies erhellet aus den Worten v. 7. und 8. „Sie haben dich nicht verachtet, sondern mich, (Gott.) Sie wollen mich nicht mehr über sie herrschen laßen.— So wie sie es mit mir machen, machen sie es mir dir auch." — Endlich versündigten sich die Israeliten auch darinnen wider Gort, daß sie die Zeit nicht erwarteten, wenn es seine Weisheit für gut befinden würde, eine solche Veränderung unter ihnen vorzuuehmen, und ihnen die Wahl eines Köni» geö anzubefthlen. Dieses laßt sich unrer andern aus