Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Achtzehntes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»XO 28! Derjenige Richter, welcher darinnen eine Ehre sucht, daß er seine Meinung, ohne sie vorher gehörig überlegt, u»d dnrckgedacht zu haben, freu heraus sagt, heißt O31 7IVW Schote Rosche Vegas Ruach, d. i. ein einfältiger, aufgeblasner, gottloser Narr. Eben so soll sich der Richter bey andern Personen, die er kennt, und von welchen er weiß, daß sie ge, lehrter sind, als er, ob sie schon kein richterliches Amt führen, Raths erholen: denn welcher Richter dieses nicht thnt, gehöret mit zu der obigen Elaste. — Eine Streitsache, welche lovound noch mehr Thaler beträgt, und eine solche, die nur auf einige Groschen hinaus lauft, sollen von der Obrigkeit mit gleicher Genauigkeit entschieden werden. — Die Lapitel 21. 22. 2z. 24. und 2;. geben mehrere dergleichen gute Regeln, und Vorschriften an die Hand, von welchen wir gleichfalls nur einige wenige auszeichnen wollen. — Wenn zwey Personen vor Gerichte erscheinen, davon die eine gar zu prächtig, und die andre sehr armselig gekleidet einhergeht, so spricht die Obrigkeit, ehe sie noch den Proceß vor sich nimmt, und eröfnet, zu dem, welcher zu schön gekleidet ist: Gehe von dieser Stätte hinweg, und kleide den Armen, welcher neben dir steht, entweder eben so, wie du bist; oder dich, wie dieser Arme gekleidet ist: dann kommt beyde wieder. — Trägt sichS zu, daß ein vornehmer Gelehrter, und ein andrer Mensch von niedrigen Stande zugleich mit ein- S 5 ander