Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Siebenzehntes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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s65 TL «X* Vorcheile des Verbrechers gesprochen hatte, nicht wieder umkehren, und nun wider dessen Leben etwas Vorbringen, welches doch im gegenseitigen Falle erlaubet mar. Daher kam cs, daß, wenn sich nur ein einziger Richter, der ihn doch vorher selbst mir verdammet hatte, hören ließ: Er wüßte noch etwas, das zur Verteidigung des Vers urtheilten dienen könnte; dieser arme Sünder, s ob er gleich schon würklich verdammet und auf dem Gerichtsplatz geführet war, sogleich wieder zurück geführt und der Proceß von neuen ange- 8 fangen werden mußte. - Bey Geldsachen war dieses alles nicht nörhig. Leibesstrafen, als die Geißelung und Verweisung, mußten, ob sie gleich nur z Richter aussprechen konnten, auf!, eben diese Art behandelt werden. Jedoch war k ein Verführer von dem Genüsse aller dieser E Vorrechte ausgeschlossen. Man gieng mit ihm 8 auf das grausamste um. Denn die Unbarm- « Herzigkeit gegen solche Sünder , welche das Volk D zur Abgötterey verleiteten, war Wohlchat und Güte gegen andre Menschen in der Welt. - Deswegen sagt auch die heil. Schrift 5 Mos >5, l? 18> „Damit sich der Herr von seinem grimmi« gen Zorne wende, und dir Barmherzigkeit er- R weise." —— W Bey Geldsachen, und andern Welthandel» W sammlete man die Stimmen von oben herunter; bey Lebens und Leibesstrafen hingegen von unten W auf. In Geldsachen wurden Vater und Sohn, D Lehrer und Schüler wenn sie mit im Gerichte saßen, Z