Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Eilftes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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EX» 24 -67 So oft sie zusammen kamen, pflegen sie gemeiniglich von Religionssachen zu diiputiren; und jedweder bemühte sich die Wahrheit seiner väterlichen Religion durch allerlei) Gründe zu beweisen, und den andern in seinem Glauben wankend zu machen. Es geschahen dieserwegen sehr viele Wetten in Paris, wer wohl den andern überwinden, und zu seiner Religion bringen würde. Diese Wetten erstreckten sich auch bis auf die bösen Geister. Zwcen darunter wurden einig, daß der, welcher von ihnen die Oberhand behalten würde, den andern rödtcn sollte. Der eine Teufel versuchte nämlich den Rabbi zur Taufe, und der andere den Dom probst zur Veschneidung zu bewegen. Ohnerachtet nun beyde ihr möglichstes thaken, so gelung cs doch nur dem letzter», den Sieg davon zu tragen. Der Herr Domprobst nämlich ließ sich zur Veschneidung bewegen, und wurde ein Jude. Wehe nun dem Teufel der die Wette verlohren hatte! Noch in derselben Nacht, nachdem die Veschneidung geschehen war, hörte der Rabbi auf einmal ein fürchterliches Geschrey in seinem Garten; als er nun hinzu lief, es naher zu untersuchen, fand er zween Teufel mit einander kämpfen, und den lleberwinder im Begriff,/ den andern zu tödten. Der Rabbi bemühete sich sogleich sie von einander zu bringen, um zu verhüten, daß die Mordthat nur nicht in seinen 4 Pfählen begangen würde. Doch dieses hinderte den einen Teufel im geringsten nicht, seinen Entschluß zu vollziehen. Er L 4 tödtete