Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Drittes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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4L »X* 4V Eitie ganz andere Bewandniß hakte es in diesem^ Stücke mit einem Ebraischen Knechte. Wenn dieser eines seiner Glieder beraubt wurde, so machte ihn das nichts weniger als frcy, sondern der Herr mußte ihm blös den verursachten Schäden, wie einem seden Israeliten, wieder ersetzen.!-» ' Die Kinder, die von einer kananitifchen Scla- Vinn Herkommen, gesetzt, daß auch der Herr selbst derselben Vater sey, sind für Kananiter zu achten. — Es war nicht vergönnet, einem Kana- Nirischen Knechte, die Freyheit zu schenken, weil die heilige Schrift befiehlet, daß sie auf immer, und ewig dienen sollen. Wenn man ihn aber ja frey gegeben hatte, so war zwar hierniit ein göttlich Gebot übertreten, aber der Knechts behielt dem ohngeachtek seine Freyheitso sehr auch dem Herrn seine Dimißion gereuen mochte : denn in diesem Falle zwang ihn die Obrigkeit, seinem Knechte einen Erlaßbrief zuzustellen. Nahm aber der Sclave, oder die Sclavin den jüdischen Glauben ach so war es sehr wohl gethan, wenn man ihnen zuweilen die Freyheit schenckte, besoM ders wenn ein Herr an einem abgelegnen Orte wohnte, wo er in der Synagoge mit seiner Familie, wenn das Gebet verrichtet werden solte, nicht völlig io Personen ausinachte. Hstr handelte der Herr sehr klüglich, wenn er einen solchen Sclaven frey gab, und durch seine Person die rote Zahl erfüllte. War es eine Sklavin, von schöner Bildung, so handelte der Herr nicht weniger klug, und. lobenswürdig, wenn er sie frey Cz machte,