Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Erstes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 L-L Gutdünken , bestimme, und einen gar zu übertriebnen Wucher damit treibe. Zu Verhütung dessen, war es im gelobten Lande überhaupt verboten, mit Victualien, als Getraide, Oel, Butter rc. Handel zu treiben; sondern jeder, dem Gott mehr gegeben hatte, als er zum Unterhalte für sich'und seine Familie brauchte, mußte diesen Uebcrfluß selbst zu Markte tragen. — Es durften daher auch nie anders Getrqidemagazine angelegt werden , als in der guten Absicht, der Theurung Einhalt zu thun, oder zuvor zu kommen. Noch weniger war es erlaubt, das Getraide außer Land zu führen, und damit zu wuchern. —. Die Arten der wörtligenVeleidigunqen erläutert Maimonides durch folgende Beyspiele: Einem Sünder, der Buße getham hat, soll man seine vorigen bösen Handlungen, und einem Profelyten die Sünden der Abgötterey nicht vorrücken, und ihn auf diese Art zu kränken suchen— Einen Nothleidenden, oder Verunglückten soll man nicht so, wie den Hiob seine Freunde, trösten , daß man z. E. sage : Sollte wohl Gott einen Unschuldigen, einen wahrhaftig Frommen leiden , und in so elende, und traurige Umstände kommen lassen? — Dahin gehöret auch, wenn ich jemanden, dermich um eine interessante Sache, z. E. um den Ort, wo man Getraide aufkaufen könne, fragt, entweder ohne Bescheid, oder mit einer unrichtigen Nachricht und falschen Antwort von mir lasse. Ferner, wenn ich einen