Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Siebenter Band (1771)
- Issue
- Funfzehntes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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-;o *X» strafende Gerechtigkeit mehr, als jemals offen» bahren wird, Man hat also , nicht erst nöthig, anzunehmen, daß sich der Heilige Hochgelobte auf einen Thron setzen, und von da herab, untersuchen werde, wer von der herumstchenden zahlreichen Versammlung gerecht, oder strafwürdig sey. So weit von der heiligen Schrift. — Was Unsre Rabbinen von diesem großen Gerichtstage gesagt'haben sollen, ist eben so unge« gründet. Samuel soll sich für diesem Gerichte gefürchtet haben. Das reimet sich mit dem edlen und unsträflichen Character dieses göttlichen Mannes gar nicht zusammen. Und wie hätte er sich in seiner. Rechnung so gewaltig irxen können, dq er doch ohnstreitig wissen mußte, daß sich dieses Gericht erst nach der Auferstehung der Tobten» nach den Meinungen der Rabbinen, anhcben solle. Sie haben also ganz ohnfehlbar das zweyte Gericht, welches jedem nach seinem Tode bevorstehet, verstanden : denn Samuel war^damals noch nicht r r Monate todt. — Was den Talmudischen Satz betrift, daß die Menschen bey diesem Gerichte in drey Haufen vertheilet werden sollten, so kann ich^ denselben, ohne dadurch dem Werths und der Vorkreflichkeit seiner llrhe« her zu nahe zu treten, gleichfalls ganz füglich Von dem zweyten Geeichte verstehen , welches sogleich nach dem Tode über jeden Verstorbenen ergehen soll. Denn einmal haben es schon viele andre vortrefliche Rabbinen also angenommen, j. B. der Rabbi Todvoß A.evi in seinen Anmerkun-