Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Sechzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LL *x» -49 Ein Nasiräer, war in biblischem Verstände ein solcher abgesonderter und Gott gewiedmeter Mensch, der von der gemeinen Art zu leben, abgesondert ist, seine Zeit in nüchternem, eingezogenem reinem Leben, in Betrachtung deö Gesetzes, in Erwägung der Werke und Wohlthaten Gottes Zubringer, seinem Gott in stillen Wesen dienet, und also dem Herrn heilig ist. Nicht allein Männer, sondern auch Weiber konnten sich zu l dieser Lebensart begeben, s. 4 Mos. 6, 2. und H der Geschichtschreiber Iosephuö führet davon das Exempel der Königin Berenice an. Man konnß te entweder Zeitlebens, öder nur eine gewisse s Zeit lang ein Nasiräer seyn. Von der erstem « Art, war Simsön und Samuel, desgleichen Ioß Hannes der Täufer, nach Luc. i, r;. Wer es nur auf eine bestimmte Zeit seyn wollte, durfte nicht weniger als 30 Tage dazu aussetzen Die Zeit, wenn sie sich dem Herrn gelobten, konnte bey denen Mannspersonen nicht vor dem i zten Jahre, bey den Weibspersonen aber schon das rote Jahr seyn. Die Pflichten ihres Ge-- Z lübdeS waren erstlich die Enthaltung alles dessen,! was vom Weinstocke herkömmt, es sey zubereitet, wie es wolle. Daß ihnen auch andre stark? Getränke, als Apfelmost Eider rc. verboten gewesen, ist, ob es gleich Philo behaupten will, unerweißlich. Sie durften zweytens keine Schee«! re oder Scheevmesser um ihren Kopf fahren las-' sen, bis die Zeit ihres Gelübdes um war. Doch, haben die Juden eine Tradition, die den bestän-» Q; digew