Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Sechzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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244 LS *X» LS reden , oder verschwören sollen, was ihnen das Gesetz erlaubet. Dem ohnerachtet findet man unter den Juden häufige Exempel von solchen, die sich verbinden, beit Lebens kein Fleisch außer etwa Sabbaths und FeyertagS zu essen, oder keinen Wein zu trinken, einen Sack oder Harnes Tuch beständig auf dem bloßen Leibe zu tragen, jährlich eine gewisse Anzahl von Tagen zu fasten, u. d. g. mehr, welches Maimonides mißbilliget, indem er ausdrücklich lehret, daß die, welche sich mit vielen Fasten plagen, und ihrem Leibe wehe thun, eben keinen gar zu richtigen Weg wandelten, und Gott keinen gar zn angenehmen Dienst leisteten. Denn ob es gleich um eines Gottesdienstes willen von ihnen geschähe, so sey es doch nicht schicklich, sich an dergleichen Verbindungsgelübden zu gewöhnen. Ja ihre Weisen haben einen solchen Menschen mit einem verglichen, der einen verbotenen abgöttischen Altar errichte. Daher rächet er denenjenigen, die schon gewisse Gelübden auf sich genommen, sich von denselben wieder entbinden zu lassen. Da aber, fährst er fort, unsere Rabbinen lehren daß die L elübde ein Zaun um die Enthaltsamkeit der Menschen wären, so sey es denenjenigen erlaubt, die sich nicht gehörig in ihrer Gewalt haben, ihrer wankenden Freyheit durch Gelübde zu Hülfe zu kommen. So könne ein Fresser, auf ein oder ein paar Jahre das Fleisch, ein Säufer den Wein, «in Geiziger und Habsüchtiger Wucher und An-