Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Funfzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2577043-2577052-9903513--2467-2579402- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
SZ6 O)<O gleich nach diesem Gebete aus 4 Mos.' idev?6ste Vers hergesagk wird': „so wirds vergeben der ganzen Gemeine der Kinder Israel, dazu auch dem Fremdlinge, der l unter euch wohnet, weil das Volk ganz in solcher Unwissenheit (in solchem Jrthum nach den Ebr.) ist. Man wird auch in dem Gebete nicht die geringste Ausnahme von Juden oder Christen finden. Setzen wir noch hinzu, daß wahre und fromme Juden fiel) wirklich ein Gewissen machen, den Namen Gottes in Gegenwart der Christlichen Obrigkeit auszusprechen, und die Geseßrolle unter Christlichen Händen zu sehen, so könnten wir fast das Gegentheil behaupten, daß nämlich von den Juden beynahe weniger Meineid zu besorgen sey als von den Christen selbst. Wir könnten so gar Exempel, und zwar mehr als eins anführen', da sich Juden ein Gewissen gemacht haben, ihre gerechte Sache zu beschwören- und lieber einen beträchtlichen Schaden erlitten haben. Ja ich könnte hier meinen eigenen Barer nennen- und den Verlauf solcher Sachen ausführlich erzählen, wenn mir nicht dabey speeielle Umstände von Christlichen Familien erwähnen müßten. Da es aber unter den Juden mehr unwissende und ungelehrte als unter allen andern Nationen giebt, die, wenn sie erfahren, daß man sich von Eiden könne entbinden lassen^daß man bey gewissen Worten etwas anders denken könne, als sie bedeuten, sich aus Dummheit auf das Lol mdxe Gebet verlassen, oder, sich nicht