Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Neuntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2577043-2577052-9903506--2358-2579299- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LS *x» LS r;r zu siegen pflegen. Diesem Exempel folgten alle Anwesende, jeder bestreuete sich den Kopf mit Asche. Alsdenn trat ein alter Gelehrter hervor und hielt eine Strafpredigt, worauf endlich das Gebet folgeke. Jedoch mußte derjenige, derdas Gebet vor der ganzen Gemeine verricbtcke, ein unsträflicher Mann ohne den geringsten Tadel seyn, so daß nicht einmal von seinen Kindern und Anverwandten eine grobe Sünde bekannt seyn durfte. Uebrigens mußte er von seinem eigenen Vermögen leben, und von 'niemanden abhangen, bey allem Volke beliebt, und der heiligen Schrift erfahren seyn, eine edle Gestalt , und angenehme Stimme besitzen; war er Hey diesen Eigenschaften schon alt geworden , so war er noch würdiger. Gesetzt aber auch diese siebentägige Fasten gieng ohne Erhövuyg vorbey, so durften alle dAmliche Gewerbe nur zur höchsten Noch getrieben werden; An den Werken, die blos zur Schönheit und Pracht angeleget waren, z. E. Hausern, Garten re. durfte nicht fortgearbeitek werden; Verlöbnisse und Hochzeiten, die nicht dringend nöthig waren, wurden eingesteller; Eheleute, die schon Kinder gezeugst hakten, mußten sich hon einander enthalten, und die sonst gewöhnliche Begrüßung wurde unterlassen. Gelehrte grüssetengar niemanden,sondern giengen als vom Herrn!Verworfene und Verbannte traurig und betrübt, und wenn sie ja Von dem Landvolke gegrüsset wurden, so dankten sie nur mit leiser Stimme; jedoch wurde diesesmal kein I 3. allge-