Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Sechzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-4» LS OXO LS ner conboeiret und das Gebet im Sterbezimmer verrichtet; worauf der Verstorbene des Nachts dem Rabbi erschienen sey, ihm den verbindlichlichsten Dank abgestartet und gesprochen habe: „Der Gebenedcyere erfreue dich so sehr, als du mich erfreuet hast." Weil also hieraus erhellet, daß den Tobten durch diese Gewohnheit ein grosser Gefalle geschiehet, so werden in grossen Iudengemeinen besondere Gesellschaften dazu gehalten, um allezeit die io zu dem Gebete nothwcndigen Personen stellen zu können. Am Freytage, welcher in den ersten 7 Trauer» tagen einfallt, Harder Traurende nicht langer als eine Stunde, Vormittags, anf der Erde zu sitzen nöthig, damit er die gehörigen Anstalten zurSabbakhsfeyer treffen könne. Doch darf er nicht eher Schuhe anziehen, und sich nicht eher auf einem Stule niedersetzen, als Abends gegen Eintritt des Sabbaths, es sey denn, daß der Freytag sust der 7te Tag wäre; alstzenn kann er die Trauer mit der Stunde, die er Vormittags gesessen hat, beschließen. Kurz vor Eintritt des Sabbaths gehen einige Anverwandten und Bekannte zu dem Trauernden ins Hauß, und führen ihn in die Synagoge, da er denn in schwarzen Kleidern zuerst aus dem Hause tretenden Huch in die Augen geschoben, mit Hangenden Kopfe, ohne unterwegens ein Wort zu sprechen, in seiner Begleitung gehen muß. Am Eingänge der Synagoge bleibt er stehen, hüllt sich in seinen Gebetmantel, welcher statt der zum Zierrache darauf gesetzten seidenen Zem ge