Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Funfzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2577043-2577050-9903457--2019-2578979- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
L-L OXO 2-Y er bey den Seinigen in feinem Vaterland? möchte begraben werden. Die Inden, seine Reisegefährten, sinnen auf ein Mittel, diesen tobten Leichnam unvermerkt einen so weiten Weg fortzuschaffen, (denn ein öffentlicher Transport einer Reiche, insonderheit einer Jüdischen, ist mit vielen Umstanden und'Unkosten verbunden) und entschliefst n sich denselben in Stücken zu hauen, in zwey Fässer einzusalzcn, und dieselben einem vertrauten Schisser unter dem Titul: Eingesalzcnes Fleisch), mitzugeben. Da aber das Schiff wegen anhaltender Stürme 8 Tage unterwegens stille liegen mußte, so erbrachen dre Bootsknechte, aus Mangel der Lebensmittel eines dieser beyden Fässer mir Fleisch, und verzehrten dasselbe mit vielem Appetite. Als sie an den bestimmten Ort anlangten, übergaben sie dem Sohne des eingesalzenen Juden den Frachtbrief, nebst dem einen noch übrigen Fasse. Dieser Mensch, welcher durch Briefe schon von der Beschaffenheit seiner zu empfangenden Waare unterrichtet war, fragt ängstlich nach den andern Fäßgen; worauf sich die Bootsleute hösiich entschuldigten, das sie das eine in aussersten Nothfalle hatten angreifen und verzehren müssen, er möchte es ihnen zu Gelde anschlagen, da sie es ihm denn vergüten wollten. Der Jude aber, der sich über diese Nachricht entsetzte, fing an jämmerlich zu schreyen: An weh mir! ihr habt meinen eingepockelten Vater gefressen. Welch ein Schrecken für die Bootsleute, die in aller Angst versichern, daß dieses Fleisch nicht wie ein P s tocter