Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Funfzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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K.S *X» 227 Bestellung seines Ackers, und statt, daß andere Leute über Miswachs klagen mußten, hielt er ei« ne reiche Erndte. Den künftigen Neuja hi sabend wohnet er diesem Gespräche wieder bey, und hört, daß in dem künftigen Jahre, der Hagel die spate Aussaat treffen, die frühzeitige aber gerathell wer« de. Der mit der bösen Frau geplagte Mann richtet sein Feld darnach ein, und halt wieder ganz allein eine reiche Erndte. Seine Lantippe wundert sich über sein ungewöhnliches Glück, und plaget ihn so lange, bis er sein Geheimniß an sie verrathen muß. So bald sie den Verlauf der Sache weiß, so giebt sie der Mutter der in einer Stroh- Lecke begrabenen Weibsperson einen Verweiß, daß sie ihre Tochter so schlecht begraben lassen, und drohet ihr ein gleiches Schicksal. Als der Mann am folgenden Neujahrs heiligen Abende seine gewöhnliche Entdeckung wieder machen will, so hört er, daß gedachte Leiche die andere warnet, ße möchte die Nachrichten des Himmels nicht so laut erzählen, weil sie auf den Gottesacker einen Zuhörer hätten, welcher dieselben unter die Menschen ausplaudere; wie denn ihre Mutter darüber wäre beschämet worden, daß sie sie (ihre Tochter) so schlecht hätte begraben lassen; und dieses wäre tlos von einem, der ihrem Gespräche zugehört, aufgeschnappet worden. Hieraus zieht nun der Talmud den doppelten Schluß: r)daß die Tobten mit einander reden. 2) daß der Mangel ordentlicher Sterbekleider dieselben von den Besuchen des Himmels ausschließe. Darwider streite P 2 Nicht,