Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Funfzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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«s6 »X* licher, die nach dem Bilde Gottes unmittelbar erschaffene Menschen zu sehen würdig sey. „Er wolle nur die Weite der Höle ausnressen," die sey so groß als jene, antwortet die Stimme. Er habe aber doch nicht unterlassen können, eine» Blick hinein zu werfen, und da hätte er die beyden Fersen Adams wie 2 Sonnenkreise leuchten sehen. Von den Gesprächen der Tobten unter e«nan> der erzählet der Talmud folgende Geschichte: Ein frommer Mann war mit einer bösen und zänkischen Frau geplagt, die ihm Tag und Nacht keinen Frieden ließ. Als sie es ihm einstmals zu arg machte, so retirirke er sich auf den Gottesacker, um nur eine NachtRuhezu haben. Es war gleich am Neuenjahrs heiligen Abende. Als er nun dort in seinen Gedanken lag, hörte er zwey todte Frauenzimmer mit einander reden, da eine die andere ermahnete,daß sie mit einander in den Himmel spatziren, und vernehmen wollten, was Gott dieses Jahr über die Erde und ihre Einwohner beschlossen habe. Die eine deprecirte diese Promenade, weil sie nicht mit den gehörigen Sterbekleidern versehen wäre, indem sie ihre Mutter aus Armuth nur in einer strohernen Decke Habs begraben lassen. Mithin mußte jene ihre Reise allein antreten. Als sie wieder zurücke kommt, erzählet sie ihrer Freundin, was sie gehöret, daß nämlich ein schädlicher Hagel in diesem Jahre alle Frühsaat auf der Erde verderben werde. Der Mann richtet sich nach dieser Nachricht mit der