Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Vierzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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L2L «XG unsrer Mutter Rahel, versichert hast. Wie es in deinem Gesetze heißt, Jer. gi, iz. i6. „So spricht der Herr: Man höret eine klägliche Stimme und bitteres Weinen auf der Höhe: Rahel *) weinet über ihre Kinder. —- Eine auf diese Dinge sich beziehende Geschichte stehet in dem bey ihnen berühmten und hochgehaltenen Buche: Soar. Zween Rabbinen, heißt es *) Bey dieser Stelle gedenket sowohl Rabbi Salo» mon Jarchi, als Rabbi David Aimchi, einer alten Jüdische Tradition, die wir abschreiben wollen: Als der goktlosc König Manass, heißt es, ein Götzesbild in den Tempel gestellet, und deswegen von Gott ihr Unglück beschlossen worden wäre, so hätten alle Ertzvater und Ertzmütter bey Gott eine Fürbitte eingelegt, die aber Gott damals nicht erhöret habe. Darauf sei) Rahel allein vor Gott getreten, und habe ihn also angeredet : Herr, wessen Barmherzigkeit soll wohl größer feyn, deine oder eines Menschen sine? Ich Hab« meiner Nebenbulcrin Lea, welche mir den Jacob, meinen mir verlobten Bräutigam auf eine betrügliche Art entriß, nicht nur vergeben, sondern ihr auch zur Ausführung ihres Vorhabens Vorschub gethan, und ihr sogar das Zeichen entdeckt, durch welches sie den Jacob in meinem Namen hintcrgehen konnte, blos aus Mick iden gegen sie, damit sie auf diese Art einen Mann bekäme. Und du o Gott wolltest wider dein Volk einen so unerbittlichen Zorn darum fassen, weil man dir einen Nebenbuler einen Abgott in deinem Tempel gesetzet hat? Hierauf habe ihr Gott geantwortet: Du hast eine vortrefliche Schutzrede für deine Kinder gehalten, deine Mühe soll dir wohl belohnet werden.