Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Vierzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22 Z »XO LM es daselbst, Rabbi Juda, und Rabbi Abba, werden auf ihren Reisen einmal plötzlich von der Nacht übereilet, und gezwungen ihr Nachtlager auf freyem Felde aufzuschlagen. Sie legen sich mit dem Kopfe auf ein Hügelchen das ihnen bequem schien. Und siehe auf einmal setzt sie eine Stimme, die aus der Tiefe der Erden hcraufschallt, in das äuserste Schrecken. Sie Hören, daß cs die Stimme eines Verstorbenen ist, der ihnen bezeuget, daß seit 12 Jahren keine lebendige Seele auf diese Statte gekommen sey. Auf ihre Frage: wer er sey? kriegen sie zur Antwort, daß er in seinem Leben ein Jude gewesen, dessen Seele keine Ruhe habe, weil sein Sohn in de» Händen anderer Religionsverwandten wäre, welche nicht aufhörtcn, ihn mit vieler Strenge zum Abfalle von der Jüdischen Religion zu nöthigen. Die erstaunten Rabbinen fragen weiter: Ob denn die Tobten dergleichen Begebenheiten, dis unter den Lebendigen Vorgehen, fo genau wisse» könnten? Allerdings, antwortet der Entseelte: Wüßten die Verstorbenen die Schicksale derer noch Lebenden nicht so genau, und kämen sie ihnen durch ihr Gebet nicht beständig bey Gott zu Hülfe, so würde die Welt gar nicht bestehen können. Dieses Buch erzählt ferner, daß wenn die Tobten für die Lebendigen bey Gott intercedkre» wollen, sie zu ihrer Unterstützung die Ertzväter zu sich nehmen müßten, von welchen sie glauben, daß sie noch unversehrt in ihren Gräbern liegen; indem der bey ihnen heilig gepriesene Rabbi Jsuda, voek»