Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Vierzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LH LH 221 ihr lang anhaltendes Exilium, bei) den Gräbern, in Begleitung einer Gesetzrolle hersagen, einen kleinen Auszug herzufekeii. In einem dererselben heißt es: „O Iehovah! setze doch ihnen (den Heiden) einen Lehrer, damit sie erkennen mögen, daß sie Menschen sind, Sela! O ihr unsere Vater! ihr unsere Väter, die ihr in der Erde ruhet, auch ihr habet in eurem Leben unsre allgemeine Noch, nämlich die bittre Noch des Exil» empfunden. Stärket, ermannet euch und haltet an im Gebet und Flehen für uns, erhebet eure Stimmen und schreyet um eure Söhne und um eure Brüder. — Engel des Höchsten! weinet bitterlich! vermischet eure Thränen mit den Thronen der Seelen, die im Verborgenen sind, — Himmel! Erde, und was darauf ist! die ihr nur um Israels willen geschaffen seyd! kommet sämmtlich und stehet vor dem Angesichte des Höchsten. — GeseHrolle! *) auch du klage, um das an dir und denjenigen, die dich lesen, verübte Unrecht. — Herr der Welt! erinnere dich doch an deine Worte, und bestätige deine Zusage, welche du deiner Magd, un- ') Eine jüdische Profopopoeie, daß man auch die Gesetzrolle reden und beten läßt! Wir erinnern uns in einem Buche über die Geschichte der Esther gelesen zu haben, daß man, nach einer noch gröber» Figur sogar die Gesetzrollen, und die auferstandenen Tobten in schwarzen Trauermänteln erscheinen laßt, damit sie ihr Gebet mit dem Ge. bete der Esther vereinigen möchten. Ein komischer Aufzug: Gespenster und Gefetzrollrn in schwarzen Trauersaloppen l