Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LA OXA LA 205 eine Tafel geschrieben. In einigen Judengemei« nen, geschiehst dieses noch vor der Einsenkung des Sarges. Nach dessen Endigung sprechen sie das LnddifHgebct, welches in Ehaldäischer Sprache abgefasset ist, und von der Auferstehung der Tobten, von der neuen Welt und dem neuen Jerusalem rc. handelt. Worauf sie noch ein Gebet für den Begrabenen sprechen, des Jnnhalts, daß ihm Gott gute Engel zusenden, die ihn für dem Leiden im Grabe behüten, und ihn endlich in das Paradieß einführen möchten. Alsdenn sagen sie noch einige Verse der heiligen Schrift her, daß Gott endlich den Tod in Ewigkeit aufheben, und die Thränen von allen Gesichtern abwischen würde. — Nach diesen setzen sie sich dreymal nieder und recitiren jedesmal den Hvsten Psalm vom 17. Vers bis zu Ende des 91. Ps. Einige Juden thun dieses siebenmal nach einander, denn sie glauben festiglich, dadurch alle k'M'N RuchoK Rooß, d. i. böse Geister von den Gräbern zu verjagen, worauf sie endlich mit grosser Geschwindigkeit von dem Gottesacker hinwegeilen, um das Geschrey des Begrabenen (davon wir unten reden werden,) nicht mit anzuhöreN. Bey dem Hinweggehen rupfen sie dreymal Graß aus der Erde, werfen es dreymal über den Kopf, hinter -sich, und sprechen dabey: -^Erinnere dich, daß wir Staub sind.' , Wen» sie hinaus kommen, so waschen sie von neuen die Hände, und sagen: „Unsere Hände haben diß Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben