Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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sc>4 LA EXO LA Geld zugeführet, sonderlich »st diejenige, die sie von dem Grabe eines Patriarchen oder Propheten oder heiligen oder grossen Rabbinen genommen zu haben, vorgeben, sehr kostbar, und derjenige, welcher ein solches Stückchen überkömmt, halt sich für sehr glücklich, und hebt sie, wie den größten Schatz, auf das heiligste, bis zu seinem Tode auf. Die Türken wissen diesen Jüdischen Aberglauben wohl zu nutzen, indem sie ohne schweren Zoll keine Erde aus Palästina verabfolgen lassen. Ist nun der Leiche das Erdesackgen unter dem Kopf, und die Scherben auf Augen und Mund gelegt, so macht der im Grabe stehende Jude den Deckel zu, und steigt heraus. Erstlich werfen die nächsten Freunde, sodann alle Leichenbegleiter 3 Schaufeln Erde auf den Sarg, und verschütten das Grab. Darauf entfernen sie sich wenigstens 4 Ellen weit von dem Grabe, waschen ihre Hände, und sprechen ein sehr langes Gebet, welches sie Pin piiL sidduck Haddirr, d. i. die Billigkeit des Gerichts nennen. Dieses Gebet wird erstlich von den Leidtragenden mit Heulen und Schreyen angefangen, und dann von dem andern mit eingestimmt. Es fangt sich mit denen Worten an: WVN Der Fels, dessen Werk vollkommen ist, denn alle seine Wege sind recht, der ist ein wahrhafter Gott, bey dem kein Unrecht ist,rc. und handelt übrigens von dev Gerechtigkeit Gottes in Tödtung der Menschen. Sie haben dasselbe gemeiniglich auf ihren Kirchhöfen mit grossen leserlichen Buchstaben auf eine