Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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AS OXO AS so; sten Leben gleichfalls einen Mord begangen; und der Bescher mit Recht wieder zu seinem Gelds, das ihm im vorigen Leben gehörte, gekommen sey. Es war also allen Gerechtigkeit wiederfahren, lind des« wegen hatten ihre Seelen wieder in andere Körper wandern müssen. Eine warnende Geschichte, welche die Juden lehrt, daß sie einander die Verzeihung im Tode nicht schwer machen sollen, weil dieses von so gefährlichen Folgen ist. Endlich wird der Sarg unbedeckt in das Grab versenkt, einer von den Todtengräbern steigt mir hinunter, und stehet ob die Leiche noch in gehöriger Ordnung liegt. Sodann nimmt er das leinene Säckgen (von dem wir oben geredt haben,) aus dem Sarge , und wirft es den Leichenbegleitern hinauf, welche es mit umgekehrter Hand, mit Erde anfüllen. Dieses Sackgen wird alsden» den Todten unter dem Kopf gelegt. Reiche Juden lassen sich zu diesem Gebrauche Erde aus dem gelobten Lande bringen, welcher sie durchgängig eine so grosse Kraft zuschreiben, daß sie nicht allein dadurch von dem Leiden im Grabe, (davon wir bey anderer Gelegenheit reden werden.) befreyek zu werden glauben, sondern sie halten sie auch für ein unfehlbares Mittel, bey der Auferstehung der Todten gleich von ihrer Begräbnißftäkte wieder aufzustehen, ohne daß stch ihre Gebeine erst ins gelobte Land zu wälzen nöthig hätten, als welches gleichfalls der Leiche für sehr beschwerlich gehalten wird. Es wird diese Erde unfern Juden von denen aus dem gelobten Lande zu ihnen kommenden Allmosensammlernjfür schweres Gell»