Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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S02 NX* 24 Geplagte auf die beschriebene Art von ihm Vergebung erbeten hätte. Eine andere Geschichte soll sich mit drey abgeschiedenen Seelen also zugetragen haben: Ein reicher Mann stirbt, und hinterlaßt eine Schuld, die ihm von dem, dem er sie geliehen, gelüugnet wird. Der böse Schuldner wird uncerwegens von einem Mörder angetroffen, des Geldes beraubt und getödtek. Kurz darauf stirbt der Mörder. Nun sind sie alle drey todt; weil aber dergleichen Dinge, die die Verzeihung des Nächsten betreffen, nicht in jener, sondern in dieser Welt müssen abgekhan werden, so müssen alle z abgeschiedene Seelen wieder zurück in solche Leiber wandern, die ihren vorigen ähnlich waren. Der treulose Schuldner setzt sich in seinen neuen Körper an einem Brunnen nieder, um zu essen, und vergißt im Weggehen seinen Beutel, Kurz daraufpaßiret des Schuldners im vorigen Kben gewesene Creditor denselbigen Weg, findet hier das Geld, und geht davon. Nachher kömmt der Mörder, setzt sich auch an dem Brunnen um auszuruhen, nieder, und wird von dem lügenhaften Schuldner, welcher um seinen Beutel zu suchen, wieder zurück gegangen war, angetroffen. Dieser, weil ec glaubt, daß er sein Geld gefunden, fordert es ihm ab, jener weigert sich, sie gerathen heftig zusammen, der Mörder wird getödtet. Ein Gelehrter, der dieser Geschichte von einem Berge zugesehen, wird auf sein Verlangen vom Elias belehret, daß derjenige, der das Geld verloren, es mit Recht verloren, weil es ihm nicht gehöret; der Mörder sein Kben mit Recht eingebüsfet, weil er im ersten