Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Zehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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HS OXS HS r?5 ten sogar einige entgegengesetzte Beyspiele, die za unsrer Zeit geschehen sind, anführen, daß gottlose Christenmütter ihre Kinder Lenen Juden zum Verkaufe dargebracht, aber eben deswegen von den Juden bey der Obrigkeit angeklaget worden sind. Selbst der sei. Luther in dem 2ten Theile seiner Werke, nach der Altenb. Edit. S. 32z. hat wider diese Beschuldigung mit folgenden Worten geei« ferr, indem er von ihrer Bekehrung redet: „Es wäre meine Bitte und Rath, daß man säuberlich mit ihnen (den Juden) umgienge, und sie aus der Schrift unterrichtete; so möchten ihrer etliche herbeykommen. Aber nun wir sie mit Gewalt treiben, und mit Lügendeuttmgen umgehen, geben ihnen Schuld, sie müßten Christenblut haben, daß sie nicht stinken, und weiß nicht, was des Narrenwerks mehr ist, daß man sie gleich für Hunde hält, was sollten wir Gutes an ihnen schaffen! — Man hat auch diese Nachricht von gelehrten Proselyten, wie z. E. Margarita, Christiani, Gerson, welche doch ohnstreitig ihre Religion und Sitten müssen gekannt haben, niemals gehöret, sondern sie haben vielmehr alle Larwider geeifert; lüderliche Hcrumstreicher hingegen haben dieselbe unter den Christen, um sich zu insinuiren, ausgebreiket, einige Carholische unwissende Pfaffen der damaligen Zeiten haben sie sodann begierig ergriffen, und sie zu einem Mittel gebraucht, die Juden, um ihre Güter, Leben nnd Vortheile zu bringen. Dieses scheint genunz«r Widerlegung gesagt zu seyn. Allein, wo suchet man wohl den ersten Grund dieses ihnen angedichteten Verbrechens auf? Unser»