Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Zehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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>58 LL *XS Zehntens: (welches am häufigsten geschehen soll, und welches wir oben angeführt) die Sterbenden zur Erlangung ihrer Seeligkeit damit zu bestreichen. Wir haben nicht Lust diese zehnfache Beschuldigung weitläuftig zu prüfen und zu widerlegen, sondern verweisen diejenigen unsrer Leser, welche eine Ausführung dieser Materie verlangen, auf Wagenseils vollständige Abhandlung davon; welche: Unwidersprechliche Widerlegung der entsetzlichen Unwahrheit - - überschrieben ist. Wir wollen die vornehmsten, hieher gehörigen Puncts nur kürzlich berühren. Einige, als der erste, und neunte, widerlegen sich von selbst. Denn welcher vernünftig« Christ wird wohl dem pöbelhaften Aberglauben Beyfalk geben, daß jeder von den 12 Stammen der Juden eine besondere Strafe, wozu denn der Gestank auch mit gerechnet wird, an sich trage, da sie alle unter einander vermengt, und da auch in der heiligen Schrift nicht die geringsten Spuren deswegen anzutreffen find. Wegen des nennten ist ja bekannt, daß die Juden heut zu Tage nicht mehr opfern, und zu der Zeit, da ihre Opfer noch dauerten, waren keine Christen vorhanden. Was aber die übrigen Puncte betrift, so bedenke man nur, wo die Juden, die sich an kleinen Orten da keine Rabbinen sind, befinden, das Christenblut hernehmen sollten, wenn sie es schlechterdings nö-> thig hätten? Und wo wollten sie es überhaupt hernehmen, da man in so langen Zeiten unter den Evangelischen Christen kein Beyspiel, daß diese Beschuldigung erwiese, aufzu-eigen har? Ja wir könn-,