Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Zehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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15» LL »Xd er gleich viele hundert und tausend Sünden begangen hätte. Allein ich versetzte hierauf dem Juden, daß die Busse nicht in des Menschen Gewalt und Kräften stehe; denn wenn ein Mensch sänge boshaft in Sünden gelebt, so sey zu befürchten, daß die göttliche Gnade, die er so lange verachtet Und verspottet, ihn schwerlich unterstützen werde, und daß Gott sagen würde, was Sprüchw. i, 24. stehet: „Weil ich denn rufe, und ihr weigert euch - - denn werden sie mir rufen, aber ich werde nicht antworten, sie werden mich frühe suchen und nicht finden." Und lehrt doch euer Talmud selbst im 8ten Cap. des Tractats Jomar „Wenn einer sagt, ich will sündigen, und hernach Buße thun, dem werden die Kräfte dazu von Gott versagt." Ich hielt ihm ferner vor, daß an der Juden Busse ganz gewiß ein Hauptstück fehlen müsse, weil das ganze Volk so viele Jahrhunderte nach ihrer Ärt so strenge und harte Buße ge« than,und ihr Bitten und Verlangen dennoch nicht «rhöret worden. Es könne also der angeführte Spruch einen sterbenden Juden so trostreich eben nicht seyn, als wie er meinte. Daß aber die Juden, fährt dieser Verfasser weiter fort, einen Sterbenden mit Christenblute bestreichen, und mit den Worten: „Wo dieser Christus der wahre Meßias ist, so wird ihnen dieses Blut helfen," auf Christum weisen sollten, wie solches ein bekehrter Jude zu Regensburg ehemalsvorgegeben hat, ist ein lächerlicher undungereimter Jrrthum, welchen schon Herr wagen» ril gründlich widerlegt, und der sel. Eijenmen- » ges