Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Achtes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2577043-2577050-9903464--1899-2578866- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-II6 OXO ihre Kinder wenden, und man wird öfters sehen, daß Vater und Mutter das Geld zusammen betteln, um entweder ihre Söhne studiten zu lassen, oder ihre Töchter vorteilhaft verheyrathen zu können; wie man denn auch von Kinder-oder VakeriNord lütter ihnen fast gar kein Beyspiel aufzuweisen hat. Was aber der sogenannte -j-n Derech) Ercy, d. i. höfliche und bescheidene Umgang, oder überhaupt gute Sitten anbetrift, da findet man unter ihnen, obgleich in ihren Büchern viel Wesens davon gemacht wird, bey den meisten just das Gegentheil. Eine solche Bewandniß hat es auch in Ansehung der Erkänntniß Gottes und seines Worts. Denn erstlich wird bey dem weiblichen Geschlechts auf diesen Punct fast gar nicht, oder doch-sehr schlecht gesehen, und sie bringen es selten höher als daß sie ihre Jüdischteutschen Bücher, welche voll von abergläubischen Dingen und Gespenster- oder Hexenmährchen, und noch darzu in der übelsten Mundart auf das unverständlichste geschrieben, find, lesen können, deren Jnnhalte sie doch den bollkomlNensten Glauben beymessen. Und obgleich, wie wir gehört haben, das männliche Geschlecht gar frühzeitig zur Erlernung der Ebräischen Sprache, und Lesung der Bibel und des Talmuds angehalten wird, so geschieht es doch auf eine so verkehrte Art, und mit solcher Geschwindigkeit daß die meisten, absonderlich das göttliche Wort gar, schlecht verstehen lernen, und nur den Kopf voll verkehrte Auslegungen ihrer Rabbinen haben, zu > geschwei