Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Siebendes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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LL OX» e»r ein solches Thier von sich selbst, so wird es in ein reines, leinenes Tuch gewickelt, und an einem abgelegenen Orte ihres Kirchhofs, als ein Gott geheiligtes Thier verscharret. Bey dem letzten Brande im Jahr 1711. waren die Juden daselbst sehr besorgt, ihren Bechov Schor, d. i. erstgebohrnen Ochsen, zu retten, und in ein Ehristenhaus zu bringe«, wo er von Hunden angesalten und ins Ohr gebissen ward; allein die Wunde war zu leicht, als daß sie ihn hätte um sein Erstgeburtsrecht bringen sollen. Bey der im Jahr 1614. geschehenen Plünderung und Vertreibung der Juden, wurde zugleich auch ein erstgebohrner Ochse von ihrem Kirchhofe weggenommen, und von dem Pöbel gemißhaNdeltj welchen.sie denn in einem auf die Plünderung gewachten Liede mit folgenden Worten gar sehr beklagten: "Ein NechorSHsr, (d. i. erstgebohrner Ochse) war aufdem L>woros, (d. i. Kirchhof.) Hat sich lang Zeit drauf erhalten, Sie thaten ihm an große tniL Aoros, (d.i.Plage.) Mit ihrem Schwerdt thäten sie ihn spalten z Sein Fleisch sie einem Wirthe gaben, Daß er sollt dran gedenken, Welcher, der da käm und Wein wollt haben, Sollt man ihm ein Stück Fleisch davon schenken. Weil diese Thiere keine Arbeit verrichten, sondern sich stets müßig und auf guter Weide besin- G § den,