Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Zwölftes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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186 LL LK ' Gegen den Mittag, ehe die Kopulation ge-k schiehet, wird die Braut durch einige darzu bestell» re Weiber, so prächtig als es jedem möglich, angeputzek, und auf jüdische Art geschmücket. Man kämmet ihre Haare aus, flechtet solche auf, bindet sie hier und da in Zöpfe, und. setzet ihr eine schöne Haube dazu auf. Das wichtigste Stück ihres Anzuges ist, haß sie einen subtilen Schleyer vor die Augen nehmen muß; damit weder sie dem Bräutigam arischen, noch auch selbst von andern - Anwesenden gesehen werden könne. Dieses,? sagen die jüdischen Lehrer, müsse eine Braut, .nach der ihr zukonrmenden Scha mhaftigkeit und Zucht, der Rpbecca nachthun. Denn von diesen giebt man vor, haß sie ebenfalls einen Schleyer vor dem Gesichte soll gehabt haben; weil es im i.B. Mos. 24,6;. heisset: „Sie nahm den Masitel, sind verhüllete sich Zu dieser Ankkeidung einer Braut, sind nun zwo Jungfrauen bestellet, welche ihr,wahrend derselben, eine Vorschrift Vorsingen, wie sie sich gegen ihren Mann, und sonst in ihrem l lmgang zu verhaltenhabe. — Ninchrier ,nacht hierbey folgende Anmerkung : Als ich diese Ceremonie des Flechtens eins- Mahls von Anfänge bis zu Ende mit abwarkete, stabe ich befunden, daß eben diejenigen Weiber, welche die Braut aufflechten, .auch die Lieder in jüdisch deutscher Sprache ihr vorsangeu. Während dieser Zeit saß die Eulluh mit verhüllten Angesichte, und beweinete ihre Jungferschaft; doch nur so, . wie.