Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Achtzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2577043-2577049-9903346--0800-2578247- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
»84 LU OXO LU gen ist/ und ich zu thun mich anheischi'g gemacht; oder alle solche Sachen, die ich durch dreymahliges Widerholen gewöhnlich gemachet, und dabey nicht besonders darzu gesetzt, daß es ohne Gelübde geschehe; es sey nun durch mich'selbst, oder durch andere geschehen; es sey etwas das mir annoch wissend ist, oder das ich schon langstvergessenhabe. Das alles bereue ich itzt vom Anfang an, und bitte und verlange von euren Herrlichkeiten deswegen Erlassung. Denn ich fürchte mich, daß ich möchte straucheln, und in Sünde und Unrecht fallen, wieder meine Gelübde, und Eydschwüre. Das aber sey fern von mir, daß ich die Beybehaltung der guten Werke die ich gethan habe, bereuen sollte; sondern ich bereue nur dieses, daß ich diese Werke vermittelst eines Gelübdes, eines Schwurs, oder Banns zu halten,, auf mich genommen habe. Ja dieses bereue ich, daß ich nicht gesagt habe; ich wollte diese oder jene Sache thun, ohne Gelübde, ohne Schwur, und Fluch; freywillig aus guten Herzen. —, Um dieser Ursachel willen verlange ich von euch. Erlassung, über alles obgedachte, es betreffe nun Geldsachen, oder meinen Leib, oder meine Seele. Alles zusammen widerrufe ich, und bereue es- Und ob es sich gleich von rechtswegen für einem reuigen, der mit aufrichtiger Reue Erlassung sucht, geziemete, daß er denen Richtern seine Verschwörungen, und seine gethanen Gelübde einzeln hererzehlte und genau bestimmete-; So wisset ihr doch, meine Herren,daß es nicht möglich sey, sie alle zu bestimmen. Denn es