Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Achtzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2577043-2577049-9903346--0799-2578246- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LU GXD LU -87 Menschen, und bitte eure Herrlichkeiten, daß ihr mir erlasset alles Schelten ) dessen ich mich würdig gemacht habe, bis auf diesen Tag. Alsdenn entfernt er sich von den Richtern vier, Ellen weit, zieht die Schuhe aus, und bekleidet sich mit einem Sacke, bestreuet sich mit Asche, wieeinTraurender, Und spricht: „du hast den Menschen vom Anfänge abgesondert, und hast ihm Verstand gegeben, daß er vor dich treten kan; du hast ihm ein Hülfsmitrel für,seine Wunde gegeben, daß er sich zuzdir wieder bekehren kan, wenn er sich an dir versündigt hat. Denn dir ist bekannt, daß das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens böse ist von Jugend auf. Deswegen hast du ihm verordnet Buße zu thun, damit seine Sünden können vergeben werden. — Sodann setzt sich ein solcher auf die Erde, um nun öffentlich gescholten zu werden. Dabey spricht er nach diesen: „Siehe - ich sitze hier um die Scheltung und Verbannung der ich Mich schuldig gemacht habe, von dem obern Gerichte, anzunehmen,j wegen vieler Sünden, und Ungerechtigkeiten, die ich begangen (hier macht er einige Sünden namhaft, — alsdenn fährt er fort.) Ich bekenne, bejammere, und bereue, beweine und beklage alle meine Sünden. Ich will ferner nicht mehr diesen Weg betreten. Verzieh! Veigieb! Vergieb mir! der du die Welt geschaffen hast! Verzeihe! Verzeihe! Verzeihe! du Held Jacobs, denn du bist ein großer König und starker Gott, du bist gut, und verzeihest gerne. O hilf mir! daß ich unter denen erfunden-werde, die