Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Siebzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-70 LL OX» erst in jenem Leben. Daher findet man daß Gott es den Gottlosen, zu Zeiten auf dieser Welt läßt wohl gehen, damit sietthr Gutes sin diesem Leben dahin nehmen sollen; alsdenn aber, wenn sie sich nicht bekehren, nach ihren Tode ein schreckliches Gerichte und große Strafe sollen zu gewarten ha- , ben. Dahingegen laßt es Gott denen Frommen vielmals auf dieser Welt übel, gehen , damit sie ihre begangenen wenigen Sünden, noch auf dieser Welt büßen, und im künftigen Leben desto grössere Herrlichkeit empfangen sollen, — Wenn nun der Mensch das ganze Jahr hindurch sündigte, und sich mit Gottlosigkeit befleckte, doch aber dabey noch einige gute Werke thäte, so käme alles dieses in - dem Gerichte Gottes, am Neujahrs Tage gleichsam auf die Waage. Will Gott einen Gottlosen, seine wenig gethanen guten Werke, aufdieser Welt einigermaßen belohnen; so heißet ein solcher Gottlose, nunmehr ein Zaddick, ein Gerechter, denn er wird als ei» Gerechter in das Buch des Lebens geschrieben. Und dieses zeiget nicht allein soviel an, daß er das folgende Jahr leben solle; sondern es wird mit dem Worte Lecchajim zum Leben, auch alles andere Gute mit ausgebrückt, als Gesundheit, Reichthum, Ehre, und dergleichen. — Eben so verhält es sich mit einem frommen und guten Menschen. Denn wenn er auch noch so fromm und rechtschaffen gelebet, und viele gute Werke ausgeübet, dabey aber eine oder einige wenige kleine Sünden und Uebertrekungen begangen hat, und Gott beschließet daß die-