Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Siebzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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OXS LS -7t ser Gerechte, seine wenig begangene Sünden, auf dieser Welt noch büßen soll; so heißet dieser würklich gerechte Mann, in dem göttlichen Gerichte ein riVi RoßHe, ein Schuldiger oder ein Verdammter. Denn er ist in dem Gerichte Gottes beschuldiget und verdammt worden; und wird da-- hero sogleich in das Buch der Todten eingeschrie-- Hier heisset also das Wort Lemiße, ebenfalls nicht allein der Tod; sondern auch Krankheit, Armuth, Gefangniß und Verachtung. — Daß dem würklich also sey, führet der VerH fasser fort, das können wir an unserm großen Propheten und Lehrer Moses ersehnt. Dieser war doch gewiß einer der gerechtesten und frömmsten Menschen, lind konnte doch um einer einzigen Sünde willen, nicht ins gelobte Land hinein kommen, sondern Gott bestrafte ihn auf dieser Welk, und er mußte in der Wüsten sterben. Dahero darf man sich nicht wundern, wann die Frommen manchmal in dieser Welt, sehr viel Wiederwartiges auszustehen Haben, hingegen den Gottlosen' alles nach Wunsche gehet. Denn wenn gleich jemand in jenem Leben ein Gerechter ist, so wird er doch ein Schuldiger und Ungerechter in diesem Leben genennet, dieweil er als ein Schuldiger in dieser Welt gestraft worden. Also kann auch derjenige, der in jener Welt ein würklich Gottloser, doch in dieser, ein Gerechter seyn, wer! er nemlich im göttlichen Gerichte in so weit frey gesprochen worden, daß er seinen Lohn in diesem Leben dahin nehmen solle. —