Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Siebzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LS »X* LS 26z Blasen, gehalten, und besondere Opfer gebracht worden. So lange der Tempel stund, wurde fast den ganzen Tag, aber nur zu Jerusalem, von der Morgenröthe an bis zum Untergange der Sonne von den Priestern mit Hörnern geblasen. Rach der Zerftöhrung des Tempels aber hat,man angefangen in allen Städten des Landes zu blasen. Mit was für Hörnern eigentlich geblasen worden, meldet zwar die heilige Schrift nicht; der Talmud aber behauptet, daß man Hörner von Steinböckett genommen, daran die Mundstücke mit Gold überzogen gewesen. Ochsen, und Kuhhörner hingegen sind hierzu für untüchtig erkläret, davon die Ursach diese ^ist, daß sie sagen, wenn mit dieser Art von Hörnern geblasen würde, so möchte sich Gott der Sünde die sie mit dem güldenen Kglbe begangen, erinnern. Um eben dieser ^irsache willen, werden auch heutiges Tages die Mundstücke der Hörner nicht mehr mit Gold beschlagen, sondern sie werden ohne Mundstücke geblasen. Die Bocks, oder Widder Hörner aber hat man erwehlet, damit sich Gott bey dieser Gelegenheit des gebundenen Jsaacs erinnern solle, an dessen Statt er einen Widder, oder Bock dem Abraham zum Opfer zugeschicket. Lundius führet in seinen jüdischen Heiligthümern im V. Cap. 17. verschiedene Meinungen der Rabbinen an, warum es'in der heiligen Schrift ein Gedächtniß desBlaseiGgenennek werde, und was das eigentlich für ein Gedachtniß sey. R 4 — Mai-