Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Ein und zwanzigtes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LA OXD LA sr? Untersuchung des Gesäuerten, genennet wird, auf folgende Weise verrichtet. Der Haußvater zündet ein einfaches Wachslicht an, nimmt einen hölzernen Löffel, und einen Flederwisch, der etwa aus drey bis vier ganzen Federkielen, bestehet, und damit gehet er in Begleitung eines seiner Söhne, oder Bedienten, welcher ihm das Licht vortragt, in alle Zimmer, durchsucht alle Winkel und Gänge des Hauses, ja alle nur mögliche Orte, und sogar fast jedes Mauseloch. Wo er nun etwa ein Bröcklein Brods findet , das kehret er mit dem Flederwisch sorgfältig in den Löffel. Ehe er aber das noch thuk, betet er erst, und spricht: „Gelobet seyst du Iehovah unser Gott, König der Welt, der du uns geheiliget hast mit deinen Geboten, und uns befohlen den Sauerteig auszuräumen. « — Hat er nun, alle Oerter des Hauses wohl durchsuchet, so sagt er aufChaldäisch diese Worte: „Alles Gesäuerte, was bey mir ist, welches ich gesehen, oder auch nicht gesehen, welches ich ausgeraumet, oder auch nicht ausgeräu,- met habe, soll für nichts geachtet, sondern deist Staube der Erden gleich seyn. — Nun nimmt er den Löffel, und den Flederwisch, bindet alles zusammen in einen Lappen , und hänget es über die Schabbeslampe in der Stube, oder sonst an einen Ort, wo keine Mäuse darzu kommen können , damit er solches den andern Tag unverändert wieder beysammen finde. Denn, wenn er es nicht mehr so ordentlich beysammen finden sollte, so mäste er den andern Morgen die