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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 219

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 219 (sequence 223)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte der Amoraim. 219 ausgezeichnet, erhob er sich trotz alledem nicht über seine Genossen und Schüler. Letztere liebte er, sorgte für sie und leitete sie durch weise Rathschläge (ebenso wie sein armer College Abaj e), Sabbar 32a. Er führt daher oft den Spruch im Munde: ״Ein junger Gelehrter (צורבא מרבנן) handle so und so, thue das und jenes nicht", Sukka 49b, Taanit 4a, Sabbat 119a, Erubin 63a u. a. m. Seinem Lehrer gegenüber steht er demuthsvoll und bescheiden (vgl. weiter unten). ״Seine Genossen verehrt er, bezeichnet sie als ״große Männer" (גברא רבא) und sucht sie zu rechtfertigen, Berachot 18b,Gittiu55b, Nedarim 90a, B. mezia 68b, B. batra 144a und bewundert ihre Weisheit (ר!ביפ sitv), Nedarim 90 a, Cholin 112 a. Neid und Eifersucht ist ihm vollständig fremd; rühmt er doch selbst seinen Genossen R- Acha b. Jakob in Gegenwart seines Lehrers, daß er ein großer Mann sei, B. kamma 40 a, ebenso R. Sechora, Nedarim 22 b. Wie kann es nun Jemand in den Sinn kommen, daß dieser Mann gegen Rami darüber, daß N. Chasda ihm einen Dienst geleistet, eifersüchtig wurde, er, von dem selbst, wenn er erzürnt und gekränkt wurde, der Talmud nichts weiter zu berichten weiß, als: איקפד (er empfand es übel), Sabbat 47 a, (vgl. Kidduschin 32 b, B. mezia 97a), Baba batra 86 a, 149 a.2) Ueberdies finden wir ja, daß dieselben Worte die Raba über Rami ausgerufen, von R. Huna hinsichtlich des Königs David ausgesprochen wurden. Sind sie auch dort ein Ausfluß von Eifersucht, oder ist es nicht vielmehr ein Gefühl der Freude über das Glück des Königs David, das jeder aus den Worten R. Huna's vernimmt? Warum sollen wir nicht auch hier annehmen, der edle Raba habe sich gefreut, daß sein Freund Rami, trotzdem er einen Fehler begangen, ohne die verdiente beschämende Zitrück- Weisung davon gekommeit?! Wir wollen nun die vorliegende Stelle in B. kamma durch eine, wie wir glauben, nicht unwichtige Bemerkung über die Lehrmethode der Amorai'm zu erklären versuchen. 2) Bergt, auch Weih, l. c. III S. 201.

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