Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 171

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 171 (sequence 175)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2572068-2572087-2572088--2397-2576947
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Geschichte der Juden in England. 171 hier halten sie auch ein öffentliches Lehrhans, in welchem die Rabbiner der Gemeinde nicht nur Juden, sondern auch Christen, und besonders die christlichen Studenten der lluiversilät in hebräischer Wissenschaft und Sprache unterrichteten. Aehnlich lauten auch die Nachrichten aus Stamford, wo sie sich um 1068 niederließen. Sie bauten Synagogen und Schulen, in welchen bedeutende Männer über hebräische Disziplinen öffentlich vortrugen, legten sich auch eine große Bibliothek an, die später zur Zeit ihrer Verbannung in den Besitz eines benachbarten Klosters überging"). König Wihlelm hinderte die Juden durchaus nicht, ihre Kräfte zu entfalten und ihre Geschäfte über das ganze Land und über die Grenzen desselben auszndehnen. Der Normanncnherzog hatte während seiner ganzen Regierung mit aufrührerischen Angelsachsen zu künipfen, seine, kaum errungene Herrschaft auf allen Seiten zu vertheidigen und auch sein Erbland, die Normandie, gegen die Uebergriffe seines Lehns- Herrn, des Königs von Frankreich, zu schützen, so daß ihm wohl wenig Zeit blieb, sich mit den Verhältnissen der Inden näher zu beschäftigen und beschränkende Gesetze gegen sie zu erlassen. Es ist merkwürdig, daß auch die Geistlichkeit Englands ans den zahlreichen Synoden sich mit jüdischen Verhältnissen gar nicht beschäftigte. Es liegt dies an der eigenthümlichen Stellung, welche die Geistlichen in England einnahmen. Während in den Staaten des Festlands wie z. B. in Spanien die Coucilien den Königen die Gesetze dictirten, während dort die geistliche Macht weit über der weltlichen stand, so war das Verhältniß in England gerade umgekehrt. Hier war es das Streben der Herrscher, dem Clerus keine allzugroßen Privilegien zu gewähren und die Prälaten mußten lange ringen, bis sie einen auch nur nennenswerthen Einfluß auf die Leitung der Staatsangelegenheiten gewannen. Darum konnten die Geistlichen Englands auf ihren VeriS) Peck: Autiquarian Annals of tke town of Stamford (II. edition 1727) lib. IV. cap. II. p. 2 und Peck: 1. c. lib. IX, c. 14. Leland: Comment. p. 321).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.