Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 174)
- Language
- German
- Belongs to
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170 S. Goldschmidt. aber sehr fehl gehen, wenn man die Existenz solcher Judenviertel in den anderen Städten leugnen wollte. Dieeigentliche Jewn) in London grenzte andieParochieenSt- Olave, St. Michael nnd andere Kirchspiele derNesidenz''). Indem Judenviertcl Londons stand die Parochialkirche von St. Olave, während die Synagogen der Inden sich in den verschiedenen, angrenzenden Stadttheilen befanden. So war die Stephans- Kirche ehemals eine jüdische Synagoge, nnd viele jüdische Bethänser sind später in Speicher nnd Kanfhänser verwandelt worden"). In London befand sich auch der Central-Begräbnißplatz der Inden, auf welchem die Leichen ans dem ganzen Königreiche bestattet wurden. Denn in der ältesten Zeit war es den Inden in England nicht erlaubt, in den einzelnen Städten, in denen sie wohnten, eigene Begräbnißplätze anzulegen, sondern die Leichen mußten oft Tage lang zu Wagen nach,London geführt werden"). Dieser Begräbnißplatz lag, westlich vom St. Giles-Kirchhof, in dem Stadttheile Cripplegate, nnd wurde noch Jahrhunderte nachher ״der Judengarten" genannt"). In Oxford bewohnten sie drei Kirchspiele St. Martin, St. Eduard nnd St. Aldate, welche auch die ״alte nnd neue Judenstadt" genannt wurden^). Hier stand ihre Synagoge 13) Stow: Survey of London p. 105. 14) So berichtet derselbe Schriftsteller 1. 6. p. 104, daß in Lothbury, einer Straße der Parochie St. Olave, wo die Schmelzer und Gießer ihre Werkstätten hatten, und die wegen des Qualmes und Dunstes von wenigen Leuten betreten wurde, die Synagoge der Juden sich befunden habe. Dieselbe ist 262נ von den Burgern Londons zerstört und 1273 den Brüdern »de poenitentia Jesu« oder den ״Sack- Brüdern" als Wohnort angewiesen worden. 15) Stow: Survey of London p. 113. Dieses Grundstück verblieb den Juden als Eigenthum bis zu ihrer Verbannung und wurde nachher zum Bau von Villen verkauft. 0נ) Vergl. Gesta Regis Henrici Secundi Benedicti abbatis ed. W. Stubbs I p. 182. Hoveden, Annales ed. Stubbs II p. 137. 17) Tovey: Anglia Judaica (Oxford 1733) p. 8. Woods: Historiae et antiquitates Oxonienses.