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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 106

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 106 (sequence 110)
Language
German
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106 Hermann Deutsch. entsprechend den kreisenden Bahnen der Planeten (Maimonides, Jesode ha-Thora o. 4), angenommen hatte, und welche auch in unserem Midrasch (IX, 1) nach Wajikra rabba namentlich angeführt werden. — 2. Das Studium der Thora, ihr Werth und Nutzen ist der Angelpunkt, von dem jede Betrachtung in unserem Midrasch ausgeht und zu welchem sie stets wieder zurückführt. Mit ihrer Lobpreisung beginnt und schließt er seine Ausleguttg4); für ihre Anempfehlung nimmt er den Inhalt des Spruchbuches mit Vorliebe in Anspruch. Doch sind es nicht die geoffenbarten Regeln der Sitte und der Moral, für welche nach den meisten Auslegern im Spruchbuche der Ausdruck ״Thora" gebraucht ift5), die auch unser Verfasser darunter begreift; auch nicht blos die im Pentateuch niedergelegte und in den Reden der Propheten fortgesetzte Selbstbezeugung Gottes; vielmehr jene auslegende und anwendende Erläuterung in Mischna, Talmud, Halacha und Haggada, die der Verfasser einzeln hervorhebt und deren Pflege er besonders warm empfiehlt (c. X, 3. XIII, 25. XVI, 1, 11, 31. XX, 17. XXIII, 30. XXXI u. s.). Aus eben diesem Bestreben — die Beschäftigung mit der Thora als das Preiswürdigste im Leben, das unverlierbare Gut im Sterben hinzustellen — find die Erzählungen hervorgegangen, die unserem Midrasch *) Den Schluß des Buches bildet der Satz: אמר הקכ״ה לישראל בני היו מתעסקים בתורה ביום ובלילה, worauf dann noch einige Bibelverse, deren Beziehung zur Stelle unklar sind, folgen; die wiederholte eingehende Deutung des Alphabetstuckes gehört einer spätern Redaction an; sie schließt mit einer Stelle aus dem Midrasch Abkhir. ף Mein zu 1v, 2: .תורתי על תעובו: תורה נאמרת על פנים רבים ותאמר דרך כלל כמו חכמה ותבונה. ואין זה מאמר האל אלא מאמר החכם, und ebenso erklärt er zu c. VII, 21 לקה von wahrheitsgemäßer Belehrung im allgemeinen Sinne, nicht vom positiven Gesetze der Schrift. Auch bei den Propheten wird תורה oft von den gesetzlichen Lebensordnungen, auch von den der Heidenwelt geoffenbarten, gebraucht (s. Gesen. zu Jes. 24, 5). Dagegen ist der Ausdruck אמרת אלתי (Spr. 30, 5) mit Hinblick auf Dtn. 4, 2; 13,1, mit welchen die Stelle im Zusammenhange steht, eher von dem urkundlichen göttlichen Gesetze zu verstehen.

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