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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 105

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 105 (sequence 109)
Language
German
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Sprüche Salomo's. 105 dem Boden des ererbten Glaubens zu versöhnen^), so zieht es unser Midrasch vor, sich, nach Art und Weise des Midrasch Konen, in den lebhaftesten Schilderungen der Zustände des Paradieses und der Hölle zu ergehen und diese phantastisch auszumalen (6. VI, 31. IX, 1. X, 3. XI, 21, 27. XIII, 25. XIV, 1. XVI, 4, 5. XVII, 1. XIX, 1, 18). Dabei wird von vierzehn Wohnungen der Hölle, d. h. Stufen der Vecdammniß im Jenseits, geredet (6. VI, 31), während der Talmud (Erubin 19a; Sota 10a; Midr. Psalm. 6.11), das Sohar-Buch (a. v. Sr.) und ebenso der Koran (XV, 44 u s.) und Raschi (s zu Jes. 24, 22) immer nur sieben solcher erwähnen, was auch den sieben Himmeln entspricht, die man, 3) Sprüche 10, 2: ״Wohlthun errettet vom Tode" wird im Jerusch. Peah l, 1 mit dem Hinblick auf das Jenseits erklärt, von R. Elieser mit תציל ממיתה משונה, während R. Mba Beispiele für die Beweisung des wörtlichen Sinnes sucht (Sabbat 156). Das. V. 25 und 27: ״Furcht des Ewigen mehret die Tage, aber die Jahre der Frevler werden verkürzt", wird die Bewährung ebenfalls im diesseitigen Leben nachzuweisen versucht (Joma 9 a; Wajikra r. 6. 29; Debarim r. o. 9). Ebenso werden zu dem Satze 11, 8: ״Der Gerechte wird aus der Noth gerettet, und es kommt der Frevler an seine Stelle", Beispiele aus der Erfahrung hergelM, in denen sich durch gottgeordnete Verkettung der Schicksale die Bestätigung dieses Ausspruches gezeigt. Nicht zu häufig sehen wir überhaupt in der Auslegung der Spruchverse bei den Rabbinen die Schranke der Diesseitigkeit durchbrochen und mit dem Hinblicke auf das Jenseits erklärt. XV, 24, worin Jbn Esra I eine Verheißung des zukünftigen Lebens erblickt und was auch Delitzsch u. a. so aufgefaßt haben, wird im Midrasch mit Beziehung auf den Erfolg des sittlichen Verhallens im irdischen Leben erklärt (Wajikra r. c. 29; Schocher tob o. 32), und ebenso erklärt er den Vers o. 14, 32: ״Vertrauend im Tode ist der Gerechte",, von dem vertrauensvollen, gläubigen Hingeben der Frommen im Rathschlusse Gottes, nicht wie Hitzig u. A. von dem Vertrauen an Unsterblichkeit und Auferstehung. Selbst das für diesen Gedanken inhaltsvolle Wort 28 ,3 * * * * * * * * 12 •°) אל־־מוח) wird vom Midrasch nicht nach dieser Richtung hin aufgefaßt (vgl. jedoch über Ps. 48, 15: Jerusch. Megilla 2, 4: Wajikra r. 6. 11); woll aber wird der Vers 6, 22 von der heilsamen Beuährung der Leh!e noch im Tode und Jenseits verstanden (Jerusch. Peah I, 1. Bereschit r. o. 35. Schoch, tob c. 1; vgl. Raschi zu Sota 21b) und ähnlich an einzelnen andern Stellen (Bereschit r. o. 59; Debarim r. e. 7; Abot d. R. N. c. 40 u. s.).

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