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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 104

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 104 (sequence 108)
Language
German
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104 Hermann Deutsch. wenigen, von ihm mitgetheilten, bekannt geworden, oder, er habe wohl deren mehr gekannt, aber nur diese wenigen Stücke als für den Zweck seines Werkes geeignet befunden. Eine genaue Beachtung des Inhalts der in imserem Midrasch enthaltenen Haggadas bestätigt die letztere Annahme; und so stellen wir schon von vornherein als die Absicht des Verfassers die Behauptung ans: Derselbe wollte das Buch der Sprüche nach einer gewissen, die moralische Förderung bezweckenden Richtung hin mit Benütznng der nach dieser Richtung in Anlehnng an die Spruchverse bereits vorhandenen haggadischen Lehrsätze commentiren. Die Richtung aber, nach welcher die Haggadas abgesaßt sein mußten, um von unserem Verfasser mit besonderer Vorliebe für den Inhalt seines Werkes gewählt zu werden, liegt weniger in dem Universalen der Tugend und Moral, wie es in den Sprüchen durchwegs zur Geltung gebracht ist und auch in den Lehren der Nabbinen an nicht wenigen Stellen als das wahrste Wesen der Frömmigkeit betont wirdals in dem Culturalen der Religion, nach welchem das sittliche Verhalten als ein Austausch guter Dienste zwischen Gott und seinen Dienern augesehen und in der Uebung der es bestimmenden Gesetze der Maßstab für den Gehorsam gegen Gott gefunden wird. — Der Gottesbegriff in den Sprüchen, rein und erhaben und frei von jeder anthropomorphistischen Beimischung, wie er in der Vorstellung unb Empfindung — wenn auch nicht immer in der Sprache — der Propheten vorherrschte, wird in unserem Midrasch mit Vorliebe mit religiöser Mystik und theosophischen Betrachtungen vermengt; ja das Studium der letzteren, welches die alten Lehrer (Chagiga 13») eingeschränkt wisien wollten, recht eindringlich empfohlen (o. X, 3. XIV, 28. XX, 2). — Wird im Spruchbuche Lohn und Strafe, Glück und Unglück dem Menschen als unmittelbare. Folge seiner Handlungen und Begleiterin seiner Thaten zugesichert, und suchen hierbei die alten Lehrer diese Zusicherungen mit den thatsächlichen Verhältnissen auf

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