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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 100

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 100 (sequence 104)
Language
German
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100 Hermann Deiits^׳. Hauptmerkmal der Sprache bildet, ist jene angemessene Gliederung der Sätze, die Theilnng des Textes in gleiche Strophen, der gewöhnlich ein Gedankenrythmus zu Grunde liegt, jener xaralielislnus msmbrornlu, den die Rabbinen wohl gekannt, wenn auch in ihren Auslegungen nicht immer berücksichtigt haben. Schon Raschi") bemerkt, daß der letztere Umstand cs ihm oft unmöglich macht, ihrer Erklärung der Spruchverse sich anzuschließeu. Den gleichen Vorwurf — der Nichtbeachtung des Parallelismus — erhebt Gesenius") wiederum gegen Naschi, da wo er der alten Auffassung gegen die Textesgliederung folgt. Das Verlassen derselben in der Auslegung ist im Spruchbuche um so auffälliger, als ja die rabbinische Vorschrift sie in der Schreibung berücksichtigt haben will, indem für Sprüche, Psalmen und Jjob gleich stichische Schreibung wie für die bibl. Liedstücke verlangt wird"), und erklärt sich nur aus der Gewohnheit einer möglichst freien Schrifterklärung und bei den Sprüchen insbesondere aus der Thatsache, daß die parallelen Glieder derselben oft nur sehr lose mit einander verbunden sind, so daß willkürliches Belieben sie leicht von einander trennen und ihre Reihe und Stellung ändern und verwechseln kann.") Die Möglich- Sprüche 13,23 (vgl. ähnlich zu Jes. 48, 16): ורבותינו פירשו ויש נספה על שלוחו של מלאך המות_.. . אבל אם כן הוא אין ענין סוף הפסוק לראשו. — Auf das Wesen des Parallelismus macht der Midrasch mit den Worten anfmerksam: אפילו הדיוט אינו תורש תלם בתוך תלם ונביאים חורשים תלם בתוך תלם: אל תגעו במשיחי ובנביאי אל תרעו (Bereschit v. c. 67). S. Dukes, Nabb. Blumenlese S. 35. Zur Verschönerung des Parallelismus empfehlen die Rabb. auch ein Wort zu emendiren, wenn cs sich, wie in Jes. 54, 13, in den parallelen Gliedern wiederholt (s. Berachot 64a.) 17) ©omm. z. Jes. V, 18. In dem ©omm. zu den Sprüchen verstößt Raschi ebenfalls oft gegen den Parallelismus; s. zu 7,22; 15, 30 u. s. w. ") Maßechet Soferim <3. 13. Alte Handschriften haben noch die Schreibung nach Hemistichen (Nich. Simon, Orit. V. I'. I. 266), für welche die Rabbinen eigene technische Bezeichnungen hatten (Jer. Megilla HI z. ©.), dieselbe verlangt auch Ben Bileam in seinem Horajot Ha-Kore, nicht aber die Massora. S. auch Megilla 16a. 19) Zum Beweise der leichten Möglichkeit einer solchen Versetzung

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