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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 81

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 81 (sequence 85)
Language
German
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Sprüche Salomo's. 81 verse. Noch die spätere jüdische Literatur, wie die Schrifteu des Menachem b. Seruk, Dunasch b. Librat, Jehuda Chajug, Jona b. G'anach, Salomo Parchon, Joseph Kara°) und der noch spätern Commentatoren wie die Raschi's, Jbn Esra's u. a?) weisen Beispiele von Abweichnngen im Texte auf, die nur durch Annahme einer ihnen vorgelegenen abweichenden Lesart erklärt werden können. Wir haben es deshalb nicht für überflüssig gehalten, hier jene, wenn auch zum großen Theile unerheblichen, Abweichungen vom mass. Texte der Sprüche, die wir in den Citaten der Rabbinen vorgefunden, in ein eigenes Kapitel zusammenzustellen * * 4 5), es einer zukünftigen genauern Kritik überlassend, diese, sowie auch die zu den andern bibl. Büchern sich findenden, auf ihre Berechtigung und historische Anktorität zu prüfen. 1) Sprüche II, 3 in dem Satztheile כי אם לבינה תקרא scheinen die Rabbinen אם für אם gelesen zu haben, da sie diese LA. ohne die übliche Emendationsformel אל תקרא voraussetzen (Berachot 57 b; vgl. auch Sifre בהעלתך). Auch das Targum, der Midrasch rabba (נשא) und das Sohar Buch (תר1םה) haben diese LA. Nicht mit Unrecht bemerkt der Glossator zum Talmud, R. Samuel Edeles, daß, nach der mafsoretischen Lesart אם, das vorangestellte כי ganz überflüssig wäre, da ja auch die voranstehenden und folgenden Bedingungssätze 3) Vgl. Ewald-Dukes, Beiträge zur Geschichte der Auslegung, H. H S. y. 4) Als Beispiel siehe Raschi und Jbn Esra zu TL M. 25,22. 5) Das Bemühen der ältesten Talmudlehrer um eine genaue Textrecension und gleichmäßige orthographische Schreibung des geheiligten Bibelwortes (s. Erubin 13 a, Sota 20 a, j. Talmud Taanit IV. 2 u. v. a. St.; vgl. auch ob. Vordem. Anm. 2) und die Berücksichtigung, welche diese Gelehrten den Varianten in einzelnen Bibelexemplaren, z. B. dem des R. Me'i'r (Beresch. rabba o. 9 u. 94), zu Theil werden ließen, rechtfertigen ein solches Verfahren, sowohl vor dem Vorwurf einer überspannten philologischen Akribie, als auch vor dem des unerlaubten Eingreifens in das als feststehend Ueberlieferte (vgl. Jbn Esra zu 2. M- 25, 29 und Abravanel zu Kön. I. 10,22), so dieses nur nicht in Willkür und subjectives Belieben ausartet.

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