Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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68 Hermann Deutsch. deuten nicht mehr klar war und deshalb jene unsichern Mittheilungen und Behauptungen veranlaßt hat. Der Umstand nämlich, daß die Ordner des Spruchbuches den Plan verfolgten, die Sammlung endgültig abznschließen, wird sie in die Nothwendigkeit versetzt haben, sich nicht allein damitzu begnügen, aus den vorhandeireit Spruchreihen das für die Sammlung Geeignete und Brauchbare auszulesen und einzuverleiben, sondern auch das Nichtaufgenommene, dem Salomo als nicht zugehörig Erkannte, einzuziehen, oder, wie der kritische Schulausdruck lautet, 7'גנז) zu sein, damit sie allmälig aus dem Gebrauche schwinden und nicht mehr fälschlich Salomo zugeeignet werden mögen. Denn wie man gewönlich Ausspräche und Gedanken unbekanilteir Ursprunges gerne auf eine Person zurückführt, die in dieser Art von Aussprüchen und Gedanken bekannt geworden, ebenso wird man auch Sprüche und Sentenzen verschiedensten Ursprungs auf König Salomo, den Spruchdichter *«״•’ gotf» zurückgeführt haben, weil er in dieser Art der Abfassung bekannt war.") Die Männer Hiskijah's werden nun alle solche Sprüche nicht nur von der Aufnahme in die Saminlung ausgeschlossen, sondern auch unter Clausur gesetzt haben, damit sie auch vou Ander u nicht in die Sammlung gebracht würden. Demnach war die durch deu Ausdruck העתיקו bezeichnete Thätigkeit dieser Männer eine doppelte: einerseits ein ״Entrücken", d. h. Entlehnen des zur Aufnahme Geeigneten, andererseits ein ״Fortrücken", 17) Dem Aufdrucke entspricht, da, wo er ״Geheimhaltung" bedeuten soll, das gewöhnlich dafür gebrauchte griechische &noxpu<p6s (vgl. Origencs, ep. ad Afric. I, 26); oft hingegen begreift die gesetzliche Bestimmung der ,נניזר nur das א,] קורי] בהם (Jer. Sanhedrin XI, 1; Midr. Kohelct zu 12, II), das Verbot öffentlich oder tiefer forschend in bestimmten Schriften zu lesen, in sich, so daß der Ausdruck ״apokryph" hierbei nicht angebracht, vielmehr der des o&x ä.vdyvwußa. Vgl. Krochmal, More Nebuche Ha-Senian S. 87 u. S. 102. 18) In Bezug auf die Composition der Psalmen deutet der Midrasch (zu Kohelet 7, 19; Hohel. 4, 4) einen ähnlichen Gedanken an: אעפ׳י שעשרה גני אדם אמרו ספר תחליש לא נאמר על שמותן אלא ע״י דור. אמר הקכ״ה. . . למה שקולו ערב. הדא הוא דכתיב ונעים זמירות ישראל.