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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 66

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 66 (sequence 70)
Language
German
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66 Hermann Deutsch. Nach elfterem Grunde hätte man auch alle sonstigen dtdaktischen Schriften, wie Psalmen, Jjob, ausschließen ittib unter Clausur setzen sollen; während man nach letzterem auch bei dem Propheten Ezechiel, der das Spruchbuch in diesem Punkte weit übertrifft (vgl. Ezech. 16,8,23 f.; 23,3,8,21) die Ausschließung dieserhalb^) hätte erwägen müssen. Manche wollen nun die Schwierigkeit einfach damit lösen, daß sie die Behauptung, die Sprüche wären apokryph gewesen, selbst für apokryphisch erklären,^) während Andere den Bericht so verstehen zu können vermeinen, als ob die Männer Hiskijah's bis zu ihrer Zeit apokryph gewesene Sprüche in die Sammlung geleitet, und wieder Andere die Angabe mit jener andern im Talmud (Sabbat 30 b) gu vereinen suchen, woselbst gesagt wird, daß die Schulen Schamai's und Hillels (Sabbat 13b), oder spätere Gesetzeslehrer (Jadajim III, 5. Megilla 7 a) das Buch Kohelet und das der Sprüche wegen in ihnen gefundener innern Widersprüche aus dem Kanon hätten ausscheiden wollen.") Allein der Widerspruch, auf den man sich nach jener talmudischen Nachricht bei dem Buch der Sprüche berufen haben soll, ist so unwesentlich, so geringliest, mildert an der Sache Nichts, und die Behauptung Geigers (Urschr. u.Uebers. S. 308), als ob jenes Wort gerade den peinlichen Eindruck herrorgerufen, ist hier völlig unbegründet.— Wir möchten uns hier noch eine Bemerkung gestatten. Wiewohl die sigürliche Deutung an dieser Stelle sehr nahe lag (s. ob. o. 1. Anm. 33), scheinen sich die Rabbinen bei solcher Deutung immer noch nicht beruhigt zu haben, und dieses mit Recht. Wie sagt doch Plato so richtig von den Theomachien des Homer: man dürfe die Jugend auch nicht in allegorischer Interpretation mit denselben bekannt machen; den diese werde nicht immer zu unterscheiden wissen, wo der Redner figürlich, wo buchstäblich habe verstanden sein wollen (äs rsxubl. 1. II.). — Die allegorische Auffassung solcher Stellen diente den Rabbinen weniger der Beruhigung, als der Formulierung einer religiösen Idee. 12) Es geschah dieses aus andern Gesichtspunkten; s. Sabbat 13 d; Menachot 45 ui 13) Vgl. Herzfeld, Geschichte d. V. Israel II. S. 97. 14) S. Grätz, Geschichte d. Juden I. Ausl. III. Note 26 3; Delitzsch, Einl. z. Prediger; Nowack, Einl. z. d. Spr. Salomo's §. 6 Ende.

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